Streit
Dialog nach einem Streit zwischen zwei jungen Frauen, die ihrem Ego Futter gaben

Alexander: „Du bist schon sehr weit. Du kannst bereits erkennen, dass der Inhalt des Streits nicht wirklich essentiell war. Du kannst Abstand davon nehmen ohne es zu verdrängen. Dennoch hat es Dich innerlich durchgerüttelt.“

F: „Ja. Das ist ja auch das Heftige daran, dass da Emotionen getriggert werden. Also, dass ich mich dann irgendwie zornig, traurig oder herausgefordert fühle im dem Moment. Denn dann sage ich mir, ich muss darauf reagieren und das ist ja auch zickig, was die Andere da veranstaltet und nicht gerechtfertigt. Besonders schwierig ist es ja dann auch, wenn Monkey sich ungerecht behandelt fühlt.“

Alexander: „Im Grunde ist das alles irrelevant für Dein Leben. Es ist ein reines verstandesmäßiges Muster, das da abläuft. Dieses Muster kommt durch Leute und äußere Umstände, wodurch dann Glaubenssätze geprägt werden. Wenn das keine Glaubenssätze wären, dann würden sie innerlich keine solchen Emotionen auslösen können. Dann wären sie nur ein verstandesmäßiges Konzept. Aber da sie innerlich stark wirken, sind das schon Glaubensmuster. Das ist es ja gerade: Ich fühle mich unwohl dabei. Ich fühle mich nicht gut oder ich fühle mich herausgefordert. Ich fühle mich zornig. Und das ist das, wo wir dann sagen: Das ist wahrhaftig. Ich fühle es. Das fühlt sich schlecht an.  Aber: Es ist nur Denken. Ein Gedankenmuster. Nichts weiter.“

F: „Und was glaubst du, wenn man anfängt, das zu fühlen und dann auch für wahrhaftig zu halten. Warum geht man in eine Angriffsposition? Das ist ja schon bemerkenswert. Sei es ein Angriff gegenüber einem selbst – Autoaggression – oder die nach außen gerichtete Aggression.“

Alexander: „Das ist der Schmerzkörper, der nach seiner Resonanzfrequenz sucht. Dieses Gezicke ist genau das, was dein Ego – dein Schmerzkörper – auch braucht. Es ist der emotionale Schmerzkörper. Sie zickt herum, sie nähert sich dabei der Frequenz Deines Schmerzkörpers und wenn du unbewusst bist, dann befindet Ihr euch auf einer Resonanzfrequenz. Die Egos versuchen sich dann gegenseitig zu übertrumpfen. Ihr Ego versucht sich über deins zu stellen und umgekehrt. Das schaukelt sich dann auf. Derjenige, der gewonnen hat, zieht die Energie vom Anderen ab. Es ist das Selbstwertgefühl des Egos, das gestärkt wird. Du kannst dir das Ego wie eine eigene Persönlichkeit vorstellen. Wenn du gar nicht darauf einsteigst, hängt ihr Ego irgendwo im Raum und versucht die Energie zu kriegen. Aber wenn du nicht darauf einsteigst, dann bekommt ihr Ego diese Energie nicht von Dir.
Du hast im Grunde zwei Möglichkeiten: Entweder dein Monkey Mind oder Ego muss gewinnen, dann kriegst du die Energie. Dann hast du den Selbstwerteffekt und sie verliert. Oder aber du steigst gar nicht auf dieses Energiespiel ein, dann verliert ihr Ego und du gibst ihr damit die Chance etwas wichtiges für ihr Leben zu lernen.“

F: „Aber was mache ich dann mit diesem Gefühl von: Hey, jetzt habe ich nachgegeben und sozusagen verloren.“

Alexander: „Erkenne es einfach. Beobachte es. Ohne Anhaftung. Sondern nimm es einfach so wahr, wie es ist. Dein Monkey Mind ist darauf eingestiegen und hat sich von dieser Frequenz triggern lassen. Es hat eine Resonanz erzeugt. Aber ich selbst entscheide, dass ich nicht nachgebe und in die Konfrontation einsteige. Ich bleibe im Hier und Jetzt. Wenn du das einfach beobachten kannst, passiert etwas ganz Erstaunliches. Du siehst: Monkey tobt herum, weshalb ich dieses Gefühl spüre. Ich bin nicht dieses Gefühl, ich spüre dieses Gefühl. Monkey äußert das auf einer tiefen Ebene. Erst einmal nur wahrnehmen. Und wenn du es betrachtest und feststellst, dass es konditioniertes Verhalten ist, dann löst es sich von allein auf. Es ist wie in der Mediation. Du setzt dich hin und versuchst in die Leere zu kommen und dann kommen die Gedanken. Du denkst dir, dass Du diese Gedanken nicht willst und baust Widerstand auf. Das ist natürlich nicht die sinnvolle Lösung. Es ist wichtig einfach zu sehen, ja, es kommt ein Gedanke und ich lasse ihn ziehen. Es ist in Ordnung, dass dieser Gedanke da war. Doch ich steige nicht darauf ein und denke diesen Gedanken weiter. Tritt einen Schritt zurück und beobachte. Dieser Gedanke „Mist, ich kriege meinen Kopf nicht leer“ und der Ärger darüber, das ist alles anhaftend. Und genau das wollen wir ja gerade nicht. Schau dir diese Situation von außen an, genau genommen von Innen, tritt einen Schritt zurück. Du siehst den Gedanken, das alte Glaubensmuster, dass du doch gefallen willst und ja, es ist ja deine Clique. Ich will ja genügen und gefallen, aber ich lasse mich jetzt trotzdem nicht unterbuttern. Ich bin ja schon älter und reifer geworden. Das sind dann solche Sachen, die im Untergrund mitspielen. Das ist nicht Relevantes für Dein Leben. Und genau so wie du die Leute aus der Abiturzeit vergessen hast, genauso vergisst du diese Situation wieder. Tausend andere Szenen, die schon einmal gewesen sind, über die du dich viel mehr geärgert hast, weißt du nicht mehr. Vielleicht sind die noch im Untergrund, weil sie nicht bearbeitet worden sind und sich festgesetzt haben und dann zu Glaubensmustern geworden sind. Diese Situation ist präsent im Hier und Jetzt aber genau genommen geht es um etwas, was rein virtuell ist. Es geht um etwas, was morgen oder später ist. Und es geht um Etwas, was gar nicht substanziell ist. Sondern das ist eine Projektion dessen, was sie für Erwartungen an dich hat. Interessanterweise fühlt es sich jetzt schon gar nicht mehr so schlimm an, oder?“